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Sauerstoffmessung mit dem bleifreien TGS4260 von Figaro
May 15, 2026
Der TGS4260 von Figaro ist für Anwendungen zur Sauerstoffüberwachung konzipiert, bei denen ein stabiles Messverhalten, eine hohe Reproduzierbarkeit der Messergebnisse und zuverlässige Langzeitstabilität Vorrang vor einer kurzen Ansprechzeit haben. Sein potentiostatisches, bleifreies elektrochemisches Messprinzip, kombiniert mit geringen Drifteigenschaften und einer hohen Linearität über den gesamten Betriebsbereich, macht ihn geeignet für sowohl tragbare als auch stationäre Messgeräte, die in Inertisierungssystemen, bei der Überwachung beengter Räume, der Sauerstoffmangelüberwachung (ODM), in Gloveboxen, Laborsicherheitssystemen und industriellen Prozessüberwachungsanwendungen eingesetzt werden.
Der Sensor eignet sich besonders gut für Messgeräte, die ein stabiles Kalibrierungsverhalten und eine genaue Sauerstoffmessung bei minimalem Aufwand für die Signalaufbereitung erfordern. Im Gegensatz zu vielen elektrochemischen Sauerstoffsensoren, die auf logarithmische Korrektur oder digitale Mehrpunktlinearisierung angewiesen sind, weist der TGS4260 über seinen gesamten spezifizierten Betriebsbereich eine lineare Ausgangskurve auf. Dies ermöglicht es Entwicklern, einfachere analoge Vorverstärkerschaltungen und unkompliziertere Kalibrierungsstrategien zu implementieren, während gleichzeitig die Komplexität der Firmware reduziert und potenzielle Ungenauigkeiten, die durch digitale Kompensation entstehen, minimiert werden.
Funktionsprinzip des Sensors
Das Funktionsprinzip des Figaro TGS4260 basiert auf einer potentiostatischen elektrochemischen Zelle mit drei Elektroden. Der Sensor besteht aus einer Arbeitselektrode (WE), einer Gegenelektrode (CE) und einer Referenzelektrode (RE), die alle mit einem flüssigen Elektrolyten in Kontakt stehen und in einer versiegelten, gasdurchlässigen Struktur untergebracht sind. Sauerstoff diffundiert durch eine Membran zur Arbeitselektrode, wo die Messreaktion auf der Oberfläche eines Edelmetallkatalysators stattfindet.
Während des Betriebs hält ein externer potentiostatischer Stromkreis die Arbeitselektrode auf einem festen negativen Potential relativ zur Referenzelektrode. Unter diesen kontrollierten Bedingungen wird Sauerstoff an der Arbeitselektrode reduziert, während an der Gegenelektrode eine entsprechende Oxidationsreaktion stattfindet. Diese Reaktionen erzeugen einen elektrochemischen Strom, wobei die Ionenleitung durch den Elektrolyten und der Elektronenfluss durch den externen Stromkreis erfolgt.
Da die Geschwindigkeit der Sauerstoffreduktion direkt proportional zur Sauerstoffmenge ist, die die Arbeitselektrode erreicht, ist der resultierende Strom proportional zur Sauerstoffkonzentration in der Umgebung. Dieser Strom wird dann von der Messelektronik in ein Spannungssignal umgewandelt, wodurch ein stabiles und reproduzierbares Ausgangssignal entsteht, das den Sauerstoffgehalt genau wiedergibt, ohne dass eine komplexe Linearisierung des Signals erforderlich ist.
Rohdaten des Sensors
Aus Sicht der Systemauslegung ist eines der wichtigsten Merkmale des Figaro TGS4260 sein hochgradig linearer Ausgangsstrom über den gesamten Messbereich hinweg. Unter Standardtestbedingungen und bei Verwendung der empfohlenen Messschaltung weist der Sensor im Bereich von 0 bis 25 Vol.-% O₂ eine nahezu direkt proportionale Beziehung zwischen Ausgangsstrom und Sauerstoffkonzentration auf. Die Sensor-Reaktionskurve weist über den gesamten Betriebsbereich nur minimale Abweichungen von der idealen Linearität auf, sodass Entwickler eine einfache Strom-Konzentrations-Umwandlung ohne logarithmische Kompensation oder Mehrpunktlinearisierung implementieren können, wie sie bei anderen elektrochemischen Sauerstoffsensoren häufig erforderlich sind. In der praktischen Geräteentwicklung reduziert dies die Komplexität der Firmware, vereinfacht Kalibrierungsroutinen und minimiert potenzielle Ungenauigkeiten, die durch digitale Kompensation entstehen.
Das dynamische Ansprechverhalten ist bei Sauerstoff-Sicherheitsmessgeräten ebenso wichtig. Beim Übergang von 100 % Stickstoff zurück zu Umgebungsluft erreicht der Sensor in etwa 10 Sekunden rund 90 % seines Endausgangswerts. Das Ansprechverhalten ist stabil und vorhersehbar, mit nur geringem Überschwingen oder Schwingen, was die Festlegung von Alarmschwellenwerten vereinfacht und den Bedarf an umfangreicher Signalfilterung verringert.
Der Sensorausgang nähert sich in Stickstoff einem Stromwert nahe Null und erreicht in Umgebungsluft (~20,9 % O₂) etwa -120 µA, was einen nützlichen Signalbereich für eine stabile Verstärkung und eine hochauflösende ADC-Wandlung ohne übermäßige Verstärkung bietet. In Kombination mit dem empfohlenen 20-Ω-Lastwiderstand sorgt dies für eine gute Störfestigkeit und eine stabile Messleistung bei niedrigen Pegeln.
Die Reduzierbarkeit ist hervorzuheben.
Bei wiederholten Zyklen zwischen Stickstoff und Umgebungsluft zeigt die Reaktion nur minimale Verschiebungen der Grundlinie oder Abweichungen zwischen den Zyklen, was auf ein stabiles Elektrodenverhalten hindeutet. Bei tragbaren und ortsfesten Gasmesssystemen trägt dies zu einer geringeren Häufigkeit von Neukalibrierungen und zu einem höheren Vertrauen in die Alarmleistung bei.
Der TGS4260 eignet sich aufgrund seiner geringen Querempfindlichkeit gegenüber gängigen Störgasen besonders gut für Umgebungen mit Gasgemischen. Selbst bei einer Wasserstoffkonzentration von 5.000 ppm kommt es nur zu einer geringen scheinbaren Verschiebung des Sauerstoffmesswerts. Diese hohe Selektivität trägt dazu bei, die Messgenauigkeit aufrechtzuerhalten, und reduziert gleichzeitig den Bedarf an komplexen Softwarekompensationen in Mehrgasmessgeräten und Umgebungen, in denen Hintergrundgase erheblich schwanken können.
Die Temperatureigenschaften unterstreichen die Eignung des Sensors für industrielle Anwendungen. Die temperaturabhängige Abweichung des Ausgangssignals verläuft allmählich und vorhersehbar, sodass die Kompensation mit einem einfachen NTC-Thermistor anstelle komplexer Kompensationsmodelle erfolgen kann. Die Ansprechzeit ist kurz und bleibt über einen weiten Temperaturbereich von 0 bis 60 °C bei etwa 3 Sekunden relativ stabil; unterhalb dieser Temperatur verlangsamt sie sich allmählich.
Langfristige Stabilität ist besonders wichtig für Erstausrüster, die sich auf Lebenszykluskosten und Wartungsplanung konzentrieren. Über einen Testzeitraum von fast zwei Jahren blieben die Sauerstoffmesswerte mit minimaler Abweichung nahe am Nennreferenzwert von 20,9 %, was längere Kalibrierungsintervalle und einen geringeren Wartungsaufwand in ortsfesten Systemen ermöglicht.
Die mechanische Robustheit ist ein weiteres wichtiges Merkmal. Nach wiederholten Falltests aus 2 m Höhe in einem handgeführten Messgerät wurde keine nennenswerte Veränderung des Ansprechverhaltens oder der Rückstellcharakteristik festgestellt. Diese hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Stößen unterstreicht die Eignung des Sensors für den Einsatz in anspruchsvollen Feldumgebungen.
Insgesamt zeugen diese Messwerte von einem Sensordesign, das für eine stabile Sauerstoffmessung mit geringer Drift und minimalem Aufwand bei der Signalaufbereitung optimiert ist. Für Geräteentwickler kann die Kombination aus linearem Ausgangssignal, hoher Wiederholgenauigkeit, geringer Querempfindlichkeit, stabilem Temperaturverhalten und ausgezeichneter Langzeitstabilität sowohl die Hardware- als auch die Firmware-Entwicklung erheblich vereinfachen und gleichzeitig eine robuste Langzeitleistung der Geräte gewährleisten.
Figaro Engineering Inc.
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